Das Mitglieder-Magazin - Ausgabe 85

Seite 8 Sonntagmorgen. Ralf Schinnerling geht die Treppe hinauf, legt eine Tüte mit einem Roggenbrötchen vor eine Wohnung im zweiten Stock und verschwindet wieder. Jutta Graefe öffnet später die Tür und lächelt. Er bringt ihr jeden Sonntag etwas vom Bäcker mit, sie hat ihm zum 70. Geburtstag eine Käse-Sahne-Torte gebacken. Dieses kleine Ritual zwischen zwei Nachbarn ist nur eines von vielen Kapiteln, die ein Mehrfamilienhaus der GWG in Schwerte über die Jahre schreibt. Geschichten, die von Vertrauen handeln, von Verlässlichkeit und davon, was ein Zuhause wirklich ausmacht. Eingezogen, um zu bleiben Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sind Ende 2017 eingezogen – fast gleichzeitig, wie ein Neustart. Petra Riße mit Mann Thomas Wollmeiner und Sohn Jannik, Ursula und Jürgen Wiegand, Annelie Kruppa und Franz Dubert, Ulla Wortmann, Jutta Graefe, Renate Ries, Ein Haus in Schwerte. Vierzehn Bewohnerinnen und Bewohner im Alter von 27 bis 87 Jahren, zwei Hunde. Und eine Gemeinschaft, die beweist: Wohnen ist mehr als vier Wände. Martina und Fredi Kather, Lene und Rudi Vorndran. 2025 kamen Brigitte Wronski sowie Ralf Schinnerling dazu. Sie kamen aus verschiedenen Richtungen, aber mit ähnlichen Gründen: Eigentum aufgegeben, das Haus war zu groß geworden, die Stadt sollte gut erreichbar sein, barrierefreies Wohnen. „Wir wollten den Schritt machen, solange wir ihn noch selbst gestalten konnten“, sagt Annelie Kruppa, die mit ihrem Lebensgefährten aus Westhofen hierher zog. Heute pflegen sie ihren kleinen Garten und vermissen das alte, große Grundstück nicht. Den ersten Kontakt gab es beim Schleppen der Umzugskartons und Möbel. Man sah sich, fragte: „Wer bist du denn?“ Wer Hilfe brauchte, bekam sie. Und irgendwann stießen alle gemeinsam im Hausflur auf das neue Jahr an. Das macht die Hausgemeinschaft bis heute. Wer hier wohnt, ist nicht allein

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