Seite 5 Den Grundriss hielt sie im Frühjahr 2026 in der Hand, die Wohnung selbst hatte sie da noch nicht gesehen. Die gab es auch noch nicht, am Rosenweg wurde noch gebaut. Trotzdem fuhren sie und Gerd kurz darauf los und kauften eine Küche. „Mit dem Grundriss habe ich gleich Nägel mit Köpfen gemacht“, sagt sie. Ob da keine Bedenken waren? „Da vertraue ich der GWG.“ Dieses Vertrauen reicht weit zurück. Schon als Kind wohnte sie bei der Genossenschaft, damals mit Eltern und drei Geschwistern im Heideweg. Vier Kinder, ein Kinderzimmer. „Wir hatten wenig Platz, aber wir waren sowieso immer draußen.“ Als die eigenen kamen, zog es sie 1996 ans Zimmermannswäldchen, erst in eine kleinere Wohnung kurz darauf in die heutige über zwei Etagen. Dort sind die drei Töchter groß geworden. Inzwischen sind die Mädchen längst aus dem Haus, die Jüngste seit drei Jahren. Für ein Paar sind viereinhalb Zimmer reichlich. Vom Rosenweg hatte sie schon geschwärmt, als dort die ersten Pläne aufkamen. Mit den Jahren werde es eben schöner, wenn alles „näher bei den Füßen“ liegt, wie sie es nennt. Vieles ist zu Fuß zu erreichen, der Ausblick frei, im Erdgeschoss hinten ein Gärtchen. Das Beste am Wechsel steht aber gar nicht im Grundriss. Tochter Leonie zieht direkt nebenan ein, mit Mann, zwei Kindern und dem dritten, das gerade unterwegs ist. Über Eck, zwei Wohnungen, zwei Lebensphasen. „Dann sind wir eine Mehrgenerationenecke.“ Im nächsten Sommer geht Heike Glück in Rente. Danach bleibt mehr Zeit für die Enkel, die dann nur ein paar Schritte entfernt aufwachsen. Warum eine Genossenschaft und kein privater Vermieter? Da wird sie deutlich. In jungen Jahren, mit den beiden ersten Kindern, suchte das Paar in der Stadt etwas Größeres und wurde abgewiesen, mehr als einmal. Zwei Kinder galten schon als zu viel. „Für mich kam danach eigentlich schon eine Wohngenossenschaft infrage. Da ist man aufgehobener.“ Geht etwas kaputt, ruft sie an, und jemand kümmert sich. Diesmal steht das neue Zuhause sogar fertig gestrichen und mit Böden bereit. „Eigentlich muss man nur noch einräumen.“ Auch das Drumherum passt. Sogar Nachbarn aus dem alten Haus wechseln mit an den Rosenweg, ein paar Etagen höher. Und die frühere Wohnung übernimmt eine Familie, der bisher der Platz fehlte. „Da wurde nicht einfach eine Liste abgearbeitet, sondern nach Bedürfnissen geschaut.“ Am 1. September ist Übergabe. Viele Gedanken macht sie sich nicht, das wird schon. Was bleibt, ist die Vorfreude auf die kurzen Wege, das Gärtchen und die Familie nebenan. So ein Glück. Wo das Glück wohnt Heike Glück hat fast ihr ganzes Leben bei der GWG gewohnt. Im September zieht sie mit ihrem Mann Gerd an den Rosenweg.
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