Seite 15 Was nach Routine aussieht, hat einen handfesten Grund: Der Anstrich erhält den Wert und schützt das Holz, damit es nicht aufquillt, porös wird oder sich Schimmel bildet. Dabei prüfen sie, ob sich alles noch öffnen und schließen lässt. Klemmt etwas oder sitzt eine Scheibe nicht mehr richtig, bessern sie nach, solange sie ohnehin da sind. In der Virchowstraße 2 bis 8 sind das einige Fenster, rund sieben pro Wohnung. Jan Kolodziej sagt lachend: „Bis zur Rente bin ich damit fertig!“ 2006 hat er bei der GWG angefangen, inzwischen sind es zwanzig Jahre. Zweimal hat er sich als Lackierer beworben, bis es passte. Was ihm an dem Beruf gefällt, lässt sich hier gut beobachten. Nach einem Arbeitstag steht ein Ergebnis, das man sehen und anfassen kann. Thomas Brix ist seit September 2024 dabei, davor war er in einem Baumarkt beschäftigt, in der Farbabteilung. Den Kontakt verdankt er einem Besuch bei seiner Schwiegermutter, die selbst in einer GWG-Wohnung lebt. Dort kam er mit einem Maler ins Gespräch und ließ nicht locker. Irgendwann rief Ralf Grobe an: „Eigentlich suchen wir keinen, aber ich möchte Sie kennenlernen.“ Heute schätzt Brix auch die Dinge, die für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zählen. Die Gleitzeit zum Beispiel. Als sich mit den Kindern die Familiensituation änderte, konnte er später beginnen, nach acht Uhr. Dass Kolodziej seit Langem zum Team gehört und Brix dazugekommen ist, passt zu der Art, wie eine Genossenschaft arbeitet: auf lange Sicht und für ihre Mitglieder. Es sind vertraute Gesichter, sie kennen die Häuser, und was sie machen, hält. Davon haben am Ende die am meisten, die hier wohnen. Etwas Nähe entsteht dabei ganz von selbst. Kommuniziert wird viel, untereinander genauso wie mit den Mieterinnen und Mietern, bei denen die beiden zu Gast sind. Tapezieren, streichen, die Außenfassade erneuern, zu tun gibt es immer genug. Was bleibt, ist das Bild aus dieser Wohnung: zwei, die nebeneinander arbeiten und am Abend sehen, was sie geschafft haben. Das GWG- Malerteam: Schicht für Schicht In einer Wohnung an der Virchowstraße arbeiten Thomas Brix und Jan Kolodziej direkt am Fenster, mit einem Blick ins GWG-Quartier. Ruhig und konzentriert, hier ein Beschlag gelöst, dort eine Kante geglättet, jeder Pinselstrich sitzt. Man sieht den beiden an, dass sie das nicht zum ersten Mal tun.
RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=