Das Mitglieder-Magazin - Ausgabe 85

Seite 13 Starkregen und Hochwasser können sehr plötzlich auftreten. Gerade dann zählt jede Minute: Wasserstände müssen früh erkannt, kritische Stellen beobachtet und die richtigen Maßnahmen schnell eingeleitet werden. Genau dabei hilft das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Schwerte. LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“. Dahinter steckt eine Funktechnik, mit der kleine Datenmengen über große Entfernungen übertragen werden können – zuverlässig und sehr energiesparend. Für den Alltag bedeutet das: Sensoren können an vielen Stellen im Stadtgebiet eingesetzt werden und wichtige Informationen automatisch weitergeben. Die Stadtwerke Schwerte haben bereits 2019 mit dem Aufbau eines stadtweiten LoRaWAN-Netzes begonnen. Eines der wichtigsten Projekte ist das Hochwasser- und Starkregenmonitoring. Dafür überwachen derzeit 33 Sensoren sensible Stellen im Stadtgebiet – zum Beispiel an Gewässern, Durchlässen oder Brücken. Sie messen nahezu in Echtzeit, wie sich Pegelstände entwickeln. Steigt der Wasserstand über einen kritischen Wert, wird die Bereitschaft der Stadtwerke-Tochter, der Stadtentwässerung Schwerte, automatisch alarmiert. Die Mitarbeitenden können dann schnell reagieren und geeignete Maßnahmen einleiten. Dazu gehört zum Beispiel, Rohrdurchlässe oder Brückenunterführungen von Hindernissen wie Treibholz zu befreien, damit Wasser besser abfließen kann. Zusätzlich haben die Stadtwerke fünf Wetterstationen im Stadtgebiet installiert. Sie liefern wichtige Daten zu lokalen Wetterereignissen. Denn Starkregen ist oft sehr unterschiedlich verteilt: Während es in einem Stadtteil nur mäßig regnet, kann in einem anderen bereits eine kritische Lage entstehen. Die Messdaten helfen dabei, solche Entwicklungen besser einzuschätzen. Mehr Sicherheit Für die Menschen in Schwerte bedeutet das mehr Sicherheit: Gefahren durch Starkregen und Hochwasser können früher erkannt werden. Das hilft, Schäden zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen – an Straßen, Gebäuden, Kellern und technischer Infrastruktur. LoRaWAN wird aber nicht nur für den Hochwasserschutz genutzt. Auch in der Wohnungswirtschaft, bei Nahwärmenetzen oder in technischen Anlagen kommen Sensoren zum Einsatz – etwa zur digitalen Verbrauchserfassung oder zur Überwachung von Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus nutzt auch die Stadt Schwerte das Netz im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge. So arbeitet unter anderem das städtische Parkleitsystem auf LoRaWAN-Basis. Auch weitere Wetterstationen und verschiedene Smart-City-Projekte sind an das Übertragungssystem angebunden. Das LoRaWAN-Netz ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie moderne Technik ganz praktisch dem Leben in der Stadt dient: Sie macht Entwicklungen sichtbar, unterstützt schnelle Entscheidungen und hilft, Schwerte sicherer und zukunftsfähiger zu machen. Früh warnen, schneller handeln: Wie Sensoren der Stadtwerke beim Hochwasserschutz helfen

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